
Kreis-Volksbanken verhalten optimistisch
Kundenvertrauen ungebrochen
Auch wenn das Ergebnis des Vorjahres nicht ganz erreicht wurde und sich das Wachstumstempo spürbar reduziert hat – die Volksbanken im Mühlenkreis haben sich in der Finanzkrise auf dem heimischen Finanzmarkt behauptet.
Die Bilanzsumme ist mit 2,3 Milliarden Euro nahezu gleich geblieben. Das trifft auch auf die Einlagen (1,7 Milliarden Euro) und Kreditauszahlungen (1,4 Milliarden Euro) zu. »Es ist uns gelungen, die im Jahr 2008 errungenen Positionen zu festigen und zum Teil weiter auszubauen«, zog Bankensprecher Reinhold Kölling ein positives Fazit der vergangenen zwölf Monate.
»Unser Geschäftsmodell hat sich bewährt. Wir kennen die Menschen der Region und sind in besonderer Weise mit dem heimischen Wirtschaftsleben verbunden«, sagte Kölling. Eine Kreditklemme habe es bei den Volksbanken nicht gegeben. »Wir haben alle vertretbaren Kreditwünsche unserer Kunden erfüllt«, bestätigte unser Bankvorstand Hartmut Jacob.
Zur Erinnerung: Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise waren es vor allem die regionalen Kreditinstitute, denen die Sparer ihr Vermögen anvertrauten. So konnten die sechs Volksbanken im Mühlenkreis vor Jahresfrist von einem Zuwachs der Kundeneinlagen in Höhe von 80 Millionen Euro berichten. »Im vergangenen Jahr haben wir unsere gesamte Beratungskompetenz dafür eingesetzt, diese ‚frischen’ Gelder in unseren Bilanzen zu halten. Dies ist uns auch weitgehend gelungen«, freute sich Kölling. Mit einem Zuwachs von 6,8 Millionen Euro (0,4 Prozent) auf 1,77 Milliarden Euro hat sich das Wachstumstempo in 2009 allerdings spürbar reduziert.
Nach Einschätzung der Volksbanken hängt dies auch zusammen mit Umschichtungen im Wertpapierbereich. Reinhold Kölling: »Insbesondere das Fondsgeschäft hat sich im vergangenen Jahr gut entwickelt. Wir freuen uns über 5000 neue Anlagekonten und einen Zuwachs um 26 Millionen Euro oder 8,7 Prozent auf 332 Millionen Euro.«
Die Bestände auf den gut 4500 Wertpapierdepots (plus 8,2 Prozent) eingeschlossen, verwalten die sechs Institute für ihre Kunden in diesem Bereich ein Vermögen von 707 Millionen Euro (plus 8,9 Prozent). Für private Investoren und die mittelständische Wirtschaft im Mühlenkreis waren die sechs Volksbanken auch in 2009 wieder ein gefragter Kreditgeber. Rund 176 Millionen Euro wurden für Investitionsvorhaben zugesagt. Die Summe der Ausleihungen stieg um 23 Millionen Euro (1,6 Prozent) auf 1,4 Milliarden Euro. Mit 2,32 Milliarden Euro lag die addierte Bilanzsumme der sechs Institute dagegen knapp (0,6 Prozent) unter Vorjahresniveau.
Die Institute blicken mit verhaltenem Optimismus in die Zukunft. Ihre Zuversicht gründen sie dabei vor allem auf ihre starke Präsenz in der Region und die tiefe Verwurzelung vor Ort. Dies zeigt sich auch im unverändert starken Interesse an der genossenschaftlichen Mitgliedschaft. 2018 Männer, Frauen und Kinder traten in den vergangenen zwölf Monaten neu in den Kreis der Anteilseigner. Die Zahl der Teilhaber liegt aktuell bei 73 906. Dass die Zahl unter dem Strich trotzdem leicht gesunken ist, führen die Genossenschaftsbanken auf den demographischen Wandel zurück. Für die Kunden unterhalten die Institute ein nach wie vor dichtes Bankstellennetz, das aus 66 Hauptstellen und Filialen besteht. Auch als Arbeitgeber haben die Kreditgenossenschaften im Kreis eine starke Position. Die Zahl der Beschäftigten liegt nahezu konstant bei 706 (707), davon sind 165 (163) Teilzeitmitarbeiter und 61
(62) Auszubildende.

